Seed Produktion Teil 4.2: Sebastian Good von Fast Buds im Interview – Insiderwissen aus der Breeding-Welt

Dirks Seedshop

Autoflowers haben die Cannabis-Zucht revolutioniert, und eine der führenden Marken in diesem Bereich ist Fast Buds, die wir neu in unserem Seedshop begrüßen dürfen! Als Botschafter von Fast Buds gewährt uns Sebastian Good exklusive Einblicke in deren Arbeit mit bahnbrechenden Genetiken. In diesem Interview sprechen wir über die Geschichte von Fast Buds, die Philosophie hinter den Züchtungen und die Zukunft der Cannabis-Genetik. Welche Strains haben Fast Buds so erfolgreich gemacht? Welche Trends sieht Sebastian in der Branche? Lies weiter und erfahre mehr über eine der bekanntesten Autoflower-Seedbanken der Welt!

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Interview

Hallo Sebastian,
Wie schön, mit dir übers Breeden sprechen zu können, du bist ja selbst passionierter Grower, mehrfacher Cup-Winner, weltreisender Familienvater, und wir alle kennen dich als strahlende Gallionsfigur von Fast Buds, einer international operierenden Seedbank. Wir sind sehr gespannt, was du zu erzählen hast, und freuen uns darauf, etwas von dir zu lernen!

Was kannst du uns über dich, Fast Buds und eure Hintergrundgeschichte erzählen?

Fast Buds wurde vor über 15 Jahren gegründet, mit dem großen Ziel, die neuesten kalifornischen Genetiken für alle zugänglich zu machen, besonders in Form von Autoflowers. Wir wollten es jedem ermöglichen, hochwertige Sorten zu züchten, ohne sich um die komplizierte Handhabung von Fotoperioden kümmern zu müssen. Autoflowering Pflanzen bieten eine ideale Lösung für Anfänger und auch für erfahrene Züchter, die schnelle und unkomplizierte Ernten wünschen. Wir wollten den Anbau für alle einfacher, schneller und ertragreicher machen, wobei der Fokus stets auf Qualität und Genetik lag.

Was hat euch dazu inspiriert, mit der Zucht von Cannabis-Samen zu beginnen?

Unsere Hauptmotivation war es, Konsumenten zu empowern. Jeder sollte die Möglichkeit haben, seine eigene Medizin anzubauen. Der Fokus auf Autoflowering-Sorten war eine direkte Reaktion auf den Wunsch, Züchtern – besonders denjenigen, die nicht viel Erfahrung haben – das Anbauen zu erleichtern und gleichzeitig eine hochwertige Ernte zu garantieren.
Ein weiterer Schlüsselfaktor war die Rückmeldung von der Community. Als wir begannen, intensiver in den Markt einzutauchen und die Bedürfnisse von Growern weltweit zu verstehen, merkten wir schnell, dass Autoflower-Sorten eine erhebliche Lücke füllten. Die Möglichkeit, schnell zu ernten, unabhängig von der Jahreszeit, und die robusten Eigenschaften von Autoflower-Pflanzen halfen vielen, die mit traditionellen Sorten Schwierigkeiten hatten.

Welche Philosophie steht hinter eurem Business?

Unsere Philosophie lautet: Community First. Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt, und wir setzen alles daran, die weltweite Cannabis-Community zu stärken. Durch Feedback und Zusammenarbeit mit Growern weltweit haben wir viele spannende Projekte wie „Deutschlands Gärten“ ins Leben gerufen. Wir hören auf die Bedürfnisse der Community und setzen ihre Ideen schnell um. Ein tolles Beispiel für unsere Philosophie ist die enge Zusammenarbeit mit Testern und Growern.

Gibt es bestimmte Eigenschaften, auf die ihr bei der Selektion besonderen Wert legt?

Wir legen großen Wert auf Geschmack und Terpene, da viele Grower uns gerade deshalb schätzen. Geschwindigkeit ist ebenfalls ein entscheidendes Merkmal, das wir in den Genen integrieren, was auch gut zum Namen Fast Buds passt. Natürlich achten wir auch auf Potenz, Resilienz durch die Ruderalis-Gene und Ertrag. Alles, was die Community sich wünscht, wird berücksichtigt.

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Welche eurer Sorten würdest du als eure „Signature-Strains“ bezeichnen, und warum?

Gorilla Cookies und alles, was mit Gorilla im Namen zu tun hat, sind unsere erfolgreichsten Sorten. Sie stammen aus unserer großartigen GG4-Genetik. Diese Sorten repräsentieren perfekt, was wir als Marke bieten – starke Terpene und moderne, beliebte Geschmacksprofile. Wenn bei uns „Strawberry“ draufsteht, kann man auch genau diesen Geschmack erwarten.
Unsere Sorten wie Gorilla Cookies Auto und Strawberry Gorilla Auto haben nicht nur die Herzen von Züchtern erobert, sondern auch auf Messen wie Spannabis und der Mary Jane in Berlin große Beachtung gefunden.

Was macht diese Strains besonders? Gibt es eine Geschichte oder eine besondere Inspiration dahinter?

Viele unserer Sorten haben eine interessante Geschichte. Wir haben viel Zeit in Kalifornien verbracht, um die besten Genetiken zu finden und diese dann zu kreuzen. Die Namen spiegeln oft die Reise wider, die wir gemacht haben, von der Phänotypensuche bis hin zur Namensgebung – jedes Detail ist Teil der Geschichte.
Der Name „Gorilla Cookies“ selbst ist eine Hommage an das intensive Aroma und die starke Potenz der beiden Elterngenetiken, die wir so erfolgreich gekreuzt haben.

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung dieser Sorten?

Die größte Herausforderung ist, stabile Genetiken zu finden und diese über viele Generationen hinweg in Autoflowers umzuwandeln. Aber der Prozess endet nicht, sobald wir eine stabile Sorte haben. Da es keine „Auto-Eltern“ gibt, entwickelt sich jede Sorte von Charge zu Charge weiter, was oft zu noch besseren Aromen und Potenz führt.

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Welche aktuellen Trends in der Cannabis-Zucht beobachtest du?

Es gibt viele Trends, besonders die Zucht von triploiden Pflanzen und einige Versuche mit genetischen Manipulationen. Wir entwickeln uns ebenfalls weiter, aber wir vermeiden GMOs. Unsere Forschung geht weiterhin in klassische Richtungen, und wir setzen Innovationen Stück für Stück um, damit sich neue Methoden bewähren können.
Der Trend zu höheren THC-Werten und intensiveren Terpenprofilen wird in der Cannabiszucht zunehmend wichtiger. Gleichzeitig gibt es eine steigende Nachfrage nach stabilen, zuverlässigen Sorten, die sowohl in der Growbox als auch im Freien gut performen. Die Züchtung von Pflanzen, die sowohl schnell als auch widerstandsfähig gegen Krankheiten sind, hat ebenfalls höchste Priorität.

Wie beeinflussen moderne Zuchttechniken eure Arbeit?

Moderne Zuchttechniken sind für uns von entscheidender Bedeutung. Wir testen ständig neue Methoden, um unsere Zuchtarbeit zu verbessern und sicherzustellen, dass wir die besten Genetiken entwickeln. Qualitätssicherung ist ein kontinuierlicher Prozess – es geht nicht darum, alles auf einmal zu ändern, sondern schrittweise Verbesserungen vorzunehmen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Wir arbeiten nicht nur an der genetischen Stabilität, sondern auch an der Optimierung unserer Facility-Techniken. Unsere Züchtung folgt einem klaren Plan: Wir streben nach steigender Potenz, einer besseren Terpenentwicklung und schnelleren Erntezeiten.
Ein gutes Beispiel für die Auswirkungen moderner Zuchttechniken ist die kontinuierliche Verbesserung unserer Autoflower-Sorten, die schneller, ertragreicher und potenter geworden sind, während wir gleichzeitig stabile Genetiken bewahren.

Gibt es eine Genetik oder Kategorie, die ihr in Zukunft gerne entwickeln würdet?

Absolut! Wir hören immer auf die Wünsche unserer Community, die uns oft nach stärkeren Terpenen und höheren THC-Werten fragen. Vor einigen Jahren haben wir mit Photoperiod-Samen angefangen, aber unser Fokus liegt immer noch auf der Steigerung der Potenz und der Terpenprofile unserer Autoflower-Sorten. Ein Ziel ist es, die 40% THC-Marke zu knacken – das wäre ein echter Meilenstein. Unsere Strawberry Gorilla ist ein hervorragendes Beispiel, das bereits bei Wettbewerben ausgezeichnet wurde. Die Terpenvielfalt dieser Sorte ist außergewöhnlich, und wir wollen in dieser Richtung weitergehen.

Über die Namensgebung von Sorten wird ja viel diskutiert. Was wäre dein Ansatz, um Genetiken mit Namen zu versehen?

Die Namensgebung ist ein kreativer Prozess, aber für uns muss der Name vor allem authentisch und aussagekräftig sein. Er sollte den Konsumenten genau vermitteln, was sie von der Sorte erwarten können. Unsere Stärke liegt darin, dass der Name einer Sorte das widerspiegelt, was der Grower später tatsächlich erleben wird – besonders in Bezug auf Geschmack und Aroma. Zum Beispiel kann man sich darauf verlassen, dass bei einer Sorte wie Blackberry der Geschmack von reifen, süßen Beeren wirklich vorhanden ist. Wir glauben, dass ein Name den Charakter der Pflanze auf den Punkt bringen sollte und uns von anderen Züchtern unterscheidet, die oft zu abstrakte oder ungenaue Namen verwenden.

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Wie wichtig ist das Feedback der Community für eure Zuchtarbeit?

Das Feedback unserer Community ist absolut entscheidend. Wir arbeiten eng mit Growern zusammen und haben viele „sekundäre Tester“, die uns ihre Erfahrungen und Eindrücke aus echten Gärten mitteilen. Nur wenn unsere Sorten in der Praxis gut performen, entscheiden wir, sie auf den Markt zu bringen. Dabei geht es uns nicht nur um technische Daten, sondern auch um die persönlichen Erfahrungen von Menschen, die unsere Pflanzen anbauen. Wenn eine Sorte zum Beispiel von unseren Testern als besonders einfach zu züchten oder besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten beschrieben wird, nehmen wir dieses Feedback ernst und integrieren es in die weitere Entwicklung.

Hast du eine Lieblingsgeschichte oder ein besonderes Feedback von Growern zu einer eurer Sorten?

Ja, eine besonders berührende Geschichte kommt von Chubbs, einem unserer langjährigen Grower. Sein Sohn litt an Epilepsie, und die Ärzte sagten ihm, dass er aufgrund der starken Medikamente nicht lange leben würde. Chubbs entschloss sich daraufhin, Cannabis anzubauen, um selbst Medizin herzustellen. Mit unseren Autoflower-Sorten konnte er seinem Sohn helfen, der heute gesund und ohne Anfälle lebt. Es ist wirklich bewegend, solche Geschichten zu hören – das ist für mich pure Inspiration und ein starkes Argument für die Bedeutung von Cannabis als Medizin.

Welche Tipps würdest du neuen Breeder geben, die mit der Züchtung beginnen möchten?

Mein Tipp für neue Breeder: Fangt einfach an! Lasst euch nicht entmutigen, wenn der Prozess länger dauert als erwartet. Züchtung braucht Zeit, Platz und vor allem Geduld. Viele Breeder machen den Fehler, zu schnell aufzugeben, wenn sie nicht sofort die gewünschten Ergebnisse sehen. Der Weg zur perfekten Sorte kann Jahre dauern, aber auch ein glücklicher Zufall, wie bei GG4, kann einem zum Erfolg verhelfen. Also bleibt dran, lernt aus euren Fehlern und scheut euch nicht davor, neue Wege zu gehen.

Gibt es eine spannende neue Sorte oder ein Projekt, an dem ihr gerade arbeitet, und über das du uns etwas erzählen kannst?

Ja, wir haben einige aufregende Projekte in der Pipeline! Besonders erwähnenswert ist eine neue Autoflower-Sorte, die so frostig ist, dass alle Tester, die sie gesehen haben, begeistert waren und sagten, sie hätten noch nie eine so harzige Pflanze gesehen. Diese Sorte ist ein echtes Highlight und wird bald veröffentlicht. Wir können es kaum erwarten, diese Sorte mit der Community zu teilen!
(Anm.d.R. Wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um Frostbanger Auto handelt, die auch gerade beim AWC 2025 in Barcelona den höchsten Wert an THC hatte. Wir kümmern uns darum, dass diese Sorte ASAP im Shop aufgenommen wird!!)
 

Fast Buds team Community Kundenservice

Stell dir vor, du wärst der einzige Breeder, der mitgenommen wird auf den neuen Planeten zur Rettung der Menschheit. Du darfst 3 Sorten mitnehmen, für mehr ist leider kein Platz. Mit welchen Sorten rettest du den Fortbestand der Hanfpflanze und die Versorgung der Menschheit?

Das ist eine schwierige Frage, aber ich würde definitiv eine unserer Gorilla-Sorten mitnehmen – wahrscheinlich die Strawberry Gorilla Auto, da sie eine der stabilsten und potententesten Autoflower Pflanzen ist. Dazu würde ich zwei klassische Landraces wählen: die Malawi und die Pakistan Chitral Kush. Diese beiden Sorten sind nicht nur widerstandsfähig und vielfältig, sondern sie sichern auch die genetische Vielfalt und Stärke der Hanfpflanze für die Zukunft. Mit diesen drei Sorten hätten wir auf jeden Fall die Grundlage für eine starke und vielfältige Hanfversorgung.

Wo können Interessierte mehr über eure Arbeit und eure Strains erfahren?

Mehr über uns und unsere Strains findet man auf unserer Website fastbuds.com sowie auf unseren Social-Media-Kanälen. Besonders auf YouTube veröffentlichen wir regelmäßig Videos zur Aufklärung über unsere Arbeit und unsere Genetiken. Wer noch tiefer eintauchen möchte, sollte unsere Instagram-Seite und die anderen Social-Media-Plattformen verfolgen.

Wo kann man dich und dein Team treffen?

Wir sind regelmäßig auf Messen unterwegs, und auch unsere lokalen Vertreter besuchen regelmäßig Grow Shops und Veranstaltungen. Unsere nächsten großen Auftritte sind bei Spannabis und der Mary Jane Berlin. Besonders hervorheben möchte ich Bernie, unseren Mann für Deutschland, der immer vor Ort ist und gerne mit den Growern ins Gespräch kommt.

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Fazit

Fast Buds hat sich mit einzigartigen Autoflower-Genetiken einen Namen gemacht und bleibt auch in Zukunft ein Vorreiter der modernen Zucht. Sebastian Good hat uns spannende Einblicke in die Philosophie und Entwicklung von Fast Buds gegeben – von den ersten Experimenten bis zu preisgekrönten Strains wie Gorilla Cookies Auto.

Wir bedanken uns vielmals für das wundervolle Interview! 


In den kommenden Episoden sprechen wir mit weiteren Breeding-Legenden über ihre Signature-Strains und ihre Vision für die Zukunft der Cannabis-Zucht. Bleib dran für die nächsten Interviews – und wenn du Fast Buds-Sorten selbst ausprobieren möchtest, findest du sie auch in unserem Shop

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Unsere neue Serie im Überblick:

  1. Seed-Produktion Teil 1/7: Einführung 
    Fokus: Wie entstehen Cannabis-Samen? Der Zuchtprozess von der Bestäubung bis zur Ernte.
  2. Seed-Produktion Teil 2/7: Testen und Selektion 
    Fokus: Wie werden Phänotypen analysiert und selektiert? Wie findet man die besten Genetiken?
  3. Seed-Produktion Teil 3/7: Stabilisierung von Genetiken
    Fokus: Der Prozess der Rückkreuzung und Entwicklung stabiler Sorten. Warum ist Stabilität wichtig?
  4. Seed-Produktion Teil 4/7: Berühmte Breeder und ihre Signature-Sorten
    Fokus: Vorstellung großer Namen der Szene und deren Top-Sorten.

    Teil 1: Sebastian Good von Fast Buds im Interview
  5. Seed-Produktion Teil 5/7: Landrassen und ihre Bedeutung
    Fokus: Ursprüngliche Genetiken, die Basis für viele moderne Hybride.
  6. Seed-Produktion Teil 6/7: Wie neue Strains entstehen – Kreativität der Breeder
    Fokus: Innovation und Experimentierfreude bei Breeder-Teams. Was sind die Trends (z.B. Dessert-Strains, besondere Terpenprofile)?
  7. Seed-Produktion Teil 7/7: Wir machen selber! Praktische Tipps zur Selbstbestäubung
    Fokus: Wie geht das mit den Männchen? Wie ernte und lagere ich Pollen? Wie bestäube ich nur einen Zweig einer weiblichen Pflanze und ernte den Rest?


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